Checkliste Namensänderung

von Juliane Böcke

Als ob eine Hochzeit zu planen nicht schon genug Arbeit und  Koordinationsgeschick voraussetzt, geht es danach grad so weiter. Sofern Ihr euren Namen nach der Trauung ändert, warten weitere To-Do’s auf euch. Ich habe den Namen meines Mannes angenommen und im Nachhinein die Laufereien 😉
Auf was Ihr alles achten solltet, welche Fristen es zu berücksichtigen gibt und was ihr auf keinen Fall vergessen dürft im Dschungel der Dokumente habe ich euch nachfolgend aus meiner aktuellen Erfahrung aufgelistet.


Einwohnermeldeamt

Bis zu 6 Wochen vor der standesamtlichen Trauung könnt ihr euch mit einem gültigen Lichtbild (biometrisch) und dem vorläufigen Dokument vom Standesamt bei den Bürgerdiensten eures Wohnsitzes melden. Zu beantragen gilt es einen neuen Reisepass, einen Personalausweis und bei Bedarf einen neuen Führerschein. Letzteres ist keine Pflicht, solange ihr euch mit einem gültigen Dokument ausweisen könnt. Die Kosten für den neuen Perso liegen bei 28,80€ und für den Reisepass bei 60,00€. Je nach Bearbeitungsdauer könnt ihr Glück haben und die Dokumente bereits zur Trauung, gegen Tausch der alten, ausgehändigt zu bekommen.
Bedenkt an dieser Stelle, dass wenn ihr Flitterwochen gebucht habt, ihr lieber mit dem alten Namen reserviert, da euch ansonsten unnötig teure Bearbeitungsgebühren den Urlaub vermiesen können.


Versicherungen

Auch hier gibt es jede Menge Kontakte, die über die Namensänderung informiert werden sollten. Diese Änderungen lassen sich jedoch erst nach Erhalt der Eheurkunde beantragen. Die Sozialversicherung wird automatisch durch das Einwohnermeldeamt über die Änderung in Kenntnis gesetzt. Krankenkassen bieten mittlerweile den Online-Service an, so dass ihr dort eine Kopie der Eheurkunde hochladen könnt. Zeitnah wird euch eine neue Versichertenkarte zugesendet. Finde ich persönlich sehr angenehm, da viele Behörden eingeschränkte Öffnungszeiten haben und sich oftmals mit dem eigenen Alltag nicht immer rechtzeitig vereinbaren lassen.
Sofern ihr private Zusatzversicherungen besitzt oder die klassischen Hausrat-, Rechtsschutzversicherungen oder ähnliches, wendet euch am besten an die jeweiligen Kundenberater. Diese können euch dann sagen, was zu tun ist und wie die weiteren Schritte sind.


Arbeitgeber

Natürlich dürft ihr euren Arbeitgeber nicht vergessen. Oft verwendet ihr Arbeitsgeräte, die mit Inventarnummern ausgestattet sind, welche wiederum genau einer Person zugeordnet sind. Damit es keine Verwirrung gibt, gebt diese Informationen entsprechend weiter. Denkt an eure Signaturen, das Erstellen von neuen Visitenkarten oder sonstige Stempel und Papeterie, die euren alten Namen aufweisen. Die Personalabteilung benötigt ebenfalls eine Kopie der Eheabschrift und ändert somit die Lohnsteuerdetails für euch. Das Personalbüro steht euch aber sicher für offene Fragen gerne zur Verfügung.


Verträge

Damit euer Geld auch nach wie vor pünktlich ankommt, solltet ihr eure Bank nicht vergessen. Neben der Änderung des Kontoinhabers benötigt ihr auch neue EC- und Kreditkarten. Für diese Ausstellung können gegebenenfalls geringfügige Kosten entstehen. Bis zum Erhalt der neuen Karten könnt ihr die alten problemlos verwenden.

Ebenfalls relevant ist die Benachrichtigung eures Vermieters. Dieser soll, sofern noch nicht erfolgt, formal über den Sachstand informiert werden. Oftmals laufen manche Verträge für Nebenkosten (Strom, Wasser, GEZ, Müll) vielleicht schon auf den Partner, dann muss nichts geändert werden. Ansonsten einfach mal schauen, wie aktuell die Rechnungen ausgestellt werden und wer von euch als Ansprechpartner hinterlegt ist.
Neben Dingen, die ihr als Ehepaar gemeinsam nutzt, gibt es aber auch noch Verträge, die nur denjenigen mit der Namensänderung betreffen. So z. B. der laufende Handyvertrag. Ich habe mich bei meinem Anbieter online gemeldet  und nach kurzer Zeit sind die Änderungen aktualisiert.


Sonstiges

Der Großteil ist geschafft, die wichtigsten Kontakte sind informiert. Jetzt hingegen kommen die vielen kleinen und teils in Vergessenheit geratenen Plattformen. Die Rede ist von Social Media Portalen (Instagram, Facebook, Snapchat, Twitter und Co.), Netzwerke, wie Xing oder LinkedIn und die beliebten Online Shopping Händler. Wenn man so lange Zeit seinen Geburtsnamen gewohnt war, laufen Online Bestellungen, Telefonaten oder sonstige Anfragen unterbewusst ab.

Aber jetzt mit einem „neuen“ Namen muss ich mich immer nochmal kneifen und kurz innehalten. Entweder könnt ihr selber unter euren Profilen die nötigen Daten ändern. Oder aber über direkten Kontakt mit den jeweiligen Anbietern.
Diese Namensänderung kann den Vorteil haben, dass im Falle einer neuen Mailadresse ihr für den Anfang von sämtlichen Spam-Nachrichten befreit seid. Keine lästigen Gewinnspielmeldungen, Newsletter-Anmeldungen sind hinfällig und sonstige Werbung entfällt. Ihr fangt sozusagen wieder von vorne an in der digitalen Welt. Wenn ihr dann die Änderungen bei allen Versandhäusern getätigt habt, denkt auch an das neue Klingelschild.

nicht vergessen
Zu guter Letzt, denkt noch daran euer Fitnessstudio zu informieren sowie sonstige Clubkarten und MemberCards umstellen zu lassen. Manchmal könnt ihr das direkt in den Apps machen, in anderen Fällen nur über den direkten Kontakt mit Serviceportalen.
Wenn das erledigt ist, wette ich fallen euch immer noch Sachen ein, wo Namensänderungen anfallen. Aber der Anfang wäre gemacht.


Ich schlage vor, ihr beginnt mal all eure Accounts aufzulisten und euch eine Checkliste anzufertigen. Vielleicht fallen euch auch noch wichtige Adressen ein. Dann haltet mich auf dem Laufenden. Bis dahin erstmal eine gute Umgewöhnung mit dem vielleicht neuen Namen.

Bis dahin, seid lieb gegrüßt

Eure Julez

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